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Ammoniak 25% tech

Ammoniak 25% tech
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Beschreibung

Details

Allgemein

Ammoniak ist der Grundstoff für die Herstellung aller anderen industriell hergestellten stickstoffhaltigen Verbindungen. Hierbei ist Harnstoff die wichtigste aus Ammoniak hergestellte Verbindung, die vorwiegend als Düngemittel und für die Produktion von Harnstoffharzen eingesetzt wird.

Neben Harnstoff werden auch weitere Stickstoffdünger aus Ammoniak hergestellt. Zu den wichtigsten zählen die Ammoniumsalze Ammoniumnitrat, -phosphat und -sulfat.

Ein weiterer wichtiger aus Ammoniak hergestellter Stoff ist die Salpetersäure, die wiederum Ausgangsmaterial für eine Vielzahl weiterer Verbindungen ist. Im Ostwald-Verfahren reagiert Ammoniak an Platinnetzen mit Sauerstoff und bildet so Stickoxide, die mit Wasser weiter zu Salpetersäure reagieren. Zu den aus Salpetersäure hergestellten Verbindungen zählen unter anderem Sprengstoffe wie Nitroglycerin oder TNT. Weitere aus Ammoniak synthetisierte Stoffe sind Amine, Amide, Cyanide, Nitrate und Hydrazin.

Ammoniak spielt eine Rolle in verschiedenen organischen Synthesen. Primäre Carbonsäureamide können aus Ammoniak und geeigneten Carbonsäurederivaten wie Carbonsäurechloriden oder -estern gewonnen werden. Die direkte Reaktion von Carbonsäure und Ammoniak zum entsprechenden Amid erfolgt dagegen nur bei erhöhten Temperaturen, wenn sich das zuvor gebildete Ammoniumsalz zersetzt. Eine technisch wichtige Reaktion ist die von Adipinsäure und Ammoniak zu Adipinsäuredinitril. Dieses wird weiter zu Hexamethylendiamin hydriert und ist damit ein Zwischenprodukt für die Herstellung von Nylon.

Es ist möglich, Anilin durch die Reaktion von Phenol und Ammoniak an einem Aluminium-Silikat-Katalysator herzustellen. Diese Syntheseroute erfordert jedoch mehr Energie und ergibt eine geringere Ausbeute als die Synthese und Reduktion von Nitrobenzol und wird daher nur in geringem Maß angewendet, wenn Phenol preiswert zur Verfügung steht.

Die Reaktion von Ammoniak mit Säuren wird in der Rauchgasreinigung ausgenutzt. Es ist in der Lage, mit Schwefel- und Salpetersäure zu reagieren und entzieht so dem Rauchgas unerwünschte, umweltschädliche Schwefel- und Stickoxide.

Aufgrund seiner großen spezifischen Verdampfungsenthalpie von 1368 kJ/kg wird Ammoniak auch als Kältemittel eingesetzt. Vorteile sind eine geringe Entflammbarkeit, der nicht vorhandene Beitrag zum Treibhauseffekt oder zur Zerstörung der Ozonschicht sowie der Verwendungsbereich von −60 bis +100 °C. Nachteilig ist die Toxizität der Verbindung.

Ammoniaklösung wird auch in Riechampullen verwendet. Der extreme Geruchsreiz dient als antidissoziative Strategie, etwa im Rahmen einer Dialektisch-Behavioralen Therapie.

 

Strukturformel
Struktur von Ammoniak
Allgemeines
Name Ammoniak
Andere Namen
  • R717
  • Stickstofftrihydrid
Summenformel NH3
CAS-Nummer 7664-41-7
PubChem 222
Kurzbeschreibung

farbloses, stechend riechendes Gas

Eigenschaften
Molare Masse 17,03 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

0,7714 kg·m−3 (0 °C, 1013 mbar)

Schmelzpunkt

−77,7 °C

Siedepunkt

−33 °C

Dampfdruck

8573 hPa (20 °C)

pKs-Wert
  • 9,21 (NH3/NH4+, in Wasser)
  • 23 (NH2/NH3, in Wasser)
  • 41 (in DMSO)
Löslichkeit
  • 541 g·l−1 in Wasser (20 °C)
  • gut löslich in Ethanol, Aceton, Chloroform
Brechungsindex

1,325 (16,85 °C)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) 
04 – Gasflasche 06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 221-331-314-400
EUH: 071
P: 210-ิว๏260-ิว๏280-ิว๏273-ิว๏304+340-ิว๏303+361+353

305+351+338-ิว๏315-ิว๏377-ิว๏381-ิว๏405-ิว๏403 

EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) 
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 10-23-34-50
S: (1/2)-9-16-26-36/37/39-45-61
MAK

14 mg·m−3

LD50
  • 20 ppm (Mensch, TCLo, Inh.)
  • 0,015 ml·kg−1 (Mensch, TDLo, oral)
  • 5000 ppm(5 min) (Mensch, LCLo, Inh.)
  • 4230 ppm(1 h) (Maus, LC50, Inh.)
  • 2000 ppm(4 h) (Ratte, LC50, Inh.)
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−46,1 kJ·mol−1

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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